Ein neuer Hafen für Myanmar

– Infrastruktur der Superlative

Myanmar will das neue Transportzentrum Südostasiens werden. Mit Hilfe ausländischer Investoren plant das Land einen gigantischen, 58 Milliarden US-Dollar teuren Tiefseehafen in Dawai zu  bauen. Dort sollen pro Jahr 250 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen werden. Etwa 100.000 neue Arbeitsplätze würden geschaffen werden. Für weitere 66 Milliarden Euro plant man  Auto- und Eisenbahnverbindungen ins 300 Kilometer entfernte Thailand und das 900 Kilometer entfernte China.

Die geplante Industriezone soll 200 Quadratkilometer Fläche umfassen, die Hafenumschlagskapazitäten wären um 80 Prozent höher als die des Hamburger Hafens. Zudem plant die Regierung eine Ölraffinerie, ein Stahlwerk, eine Chemiefabrik, eine Papierfabrik sowie weitere Industrieunternehmen.

Wie das Nachrichtenmagazin NTV Anfang April 2015 berichtete, würde mit diesem Vorhaben das jetzt noch arme Land auf die Schnellstraße des wirtschaftlichen Fortschritts katapultiert werden. Ein Sprecher des größten Bauinvestors für das Projekt,  „Italian-Thai“,  erklärte, dass sich die Bevölkerung in Dawei und Myanmar insgesamt darüber freue, dass neue Arbeitsplätze entstehen würden.

Kehrseite des Projekts ist jedoch, dass in der Region gegenwärtig 43.000 Menschen wohnen, die als Fischer und Bauern ihr Dasein bestreiten. Bei diesen Anwohnern schrillen die Alarmglocken, seit bekannt wurde, dass eine Umsiedlung droht, um Raum für die Industriezone und den Tiefseehafen zu schaffen.

Sollte das Projekt verwirklicht werden, könnten sich die Transportwege zwischen China und Indien erheblich verkürzen. Zudem würden die Transportzeiten und Kosten für Waren auf dem Weg nach oder aus Südostasien sinken. Es bleibt abzuwarten, ob sich genügend Investoren für dieses Megaprojekt finden. Ebenfalls muss man sehen, ob die Regierung Myanmars seine Infrastruktur so verbessern kann, dass die Menschen, die umgesiedelt werden sollen, tatsächlich eine neue Zukunft in ihrem Land finden können.

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